Der Verein "Herz von Haiti e.V." wurde im Dezember 1999 offiziell ins Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt.

Mit dem Jahr 2000 begannen die vom Verein finanziell unterstützten Aktivitäten in Haiti. 

 

Projektkonzeption von „Herz von Haiti e.V.“ 

Die ursprüngliche Stärke der haitianischen Gesellschaft  stellte die starke soziale Verflechtung und die wechselseitige Verantwortung innerhalb von Familien- und Dorfgemeinschaften dar.

Der Mittelpunkt einer solchen Gemeinschaft, genannt „Lakou“, ist der Vodoun-Priester bzw. die Priesterin. Deren Aufgaben gehen aber über die uns gewohnten eines christlichen Priesters für seine Gemeinde weit hinaus. Sie betreuen die Mitglieder ihrer Gemeinden nicht nur in religiöser Hinsicht durch das Ausrichten von Zeremonien und spirituelle Unterstützung, gleichzeitig sind sie heilerisch tätig und werden bei gesundheitlichen Problemen um Rat und Hilfe gefragt. Außerdem helfen sie Mitgliedern, die unverschuldet in materielle Not geraten sind, durch vielfältige Unterstützung. In allen Lebensfragen werden sie zu Rate gezogen

Ein „Lakou“ ist eine Lebens- / Dorfgemeinschaft von bis zu 500 Menschen. Um „lebendig“ zu sein und als soziales Netz funktionieren zu können, muss die materielle Basis des Lakou vorhanden sein. Wir wollen  mit dem Verein „Herz von Haiti e.V.“ dazu beitragen, alte, noch bestehende Lakous den heutigen Notwendigkeiten anzupassen und in der heutigen Zeit überlebensfähig zu machen.

 Konkret gehören folgende Elemente zu den Grundvoraussetzungen eines überlebensfähigen Lakou:

-         der Tempel des Priesters muss in einem funktionstüchtigen Zustand sein

-         die Bewässerung muss sichergestellt sein, falls nötig Brunnenbau

-         Anpflanzungen von Heil- und Nutzpflanzen

-         Pflanzen von Bäumen

-         Hühnerfarm

-         anderes Klein- und Nutzvieh nach Bedarf

-         Förderung einer Grundschule zur Elementarausbildung der Kinder

-         Aufbau eines Gesundheitszentrums in Ergänzung der priesterlichen Tätigkeit

-         handwerkliche Werkstätten je nach Bedarf

-         ggf. Methoden zur Energiegewinnung (Solaranlagen, etc.).

Wir legen viel Wert darauf, an den konkreten Bedürfnissen der Hilfsbedürftigen anzusetzen, sie in ihrem Selbstbewusstsein und der Bewahrung ihrer Identität zu unterstützen. So werden die Abläufe der einzelnen Schritte in verschiedenen Lakous variieren, manches wird überflüssig sein, anderes von uns Unvorhergesehenes seinen Stellenwert bekommen.

Unser Kooperationspartner in Haiti ist der Verein  "Fondation Ayizan Velekete", dessen Mitglieder Haitianer sind.

 

Darstellung von Projekten der Entwicklungshilfe in Haiti, die unser Verein finanziell unterstützt

Arbeiten im Lakou Kanpech (Campeche)

Der Lakou Kanpech liegt in der Acul-Region im Norden Haitis, in der Nähe der Stadt Acul-du-Nord, außerhalb von Cap-Haitian.

200 - 300 Menschen fühlen sich diesem  Lakou zugehörig.

1. Beteiligung am Wiederaufbau eines der ältesten Tempel Haitis 

restauriertersTempelgebäude im Inneren des Tempels

im Inneren des Tempels

Lakou-Mitglieder

 

2. Aufbau einer Hühnerfarm mit Stall und Außengehege

Bau des Brutkastengebäudes Geflügel
 

3. Bau eines artesischen Brunnens

artesischer Brunnen

artesischer Brunnen

Dieser Weg nach Kanpech musste neu angelegt werden...Weg nach Nan Kanpech

 

4. Bau eines Toiletten- und Duschhauses

5. Bau eines Wasserbassins vor dem Brunnen zum Waschen

 

Arbeiten im Lakou Djisou

Djisou liegt in der Nähe von Lory / Cap-Haitian, ebenfalls im Norden Haitis. Es ist ein eher kleinerer Lakou von etwa 200 Menschen. Die Vodoun-Priesterin von Djisou war eine alte Frau von 90 Jahren, Mrs Clerveaux, die trotz ihres hohen Alters aktiv war und auch Zeremonien leitete. Ihr Wissen über Gesänge und Gebete war groß, es hat sich gelohnt,  mit dem Cassettenrekorder ( den der Verein zur Archivierung von Gesängen u.a. angeschafft hat) Aufnahmen zu machen.

In Djisou gibt es einen Bestand von sehr alten Bäumen, die schon jetzt eine Sehenswürdigkeit sind.   

1. Aufbau einer Hühnerfarm/ Stall, Nester, Außengehege

2. Beteiligung am Tempelneubau  

Fertigstellung des Tempelneubaus: Türen, Fenster, Putz, Anstrich der Wände

 

 

Arbeiten im Lakou Dereal

Der Lakou Dereal liegt in der Nähe der Stadt Limonade, nord-östlich von Cap-Haitian. Dereal umfasst eine große Anzahl von Menschen, die nicht im Lakou leben. Der Lakou war praktisch 20 Jahre lang für öffentliche Aktivitäten geschlossen. Eine junge Frau Ingrid Llera, die in Miami lebt, unternahm vor etwa 5 Jahren den Versuch, den Lakou wieder zum Leben zu erwecken. Sie hat dort eine kleine Kerzenherstellungswerkstatt ins Leben gerufen.

 

Eindrücke einer Projektbesprechung:

zentraler Platz des Lakou Versammlung
1. Aufbau einer Hühnerfarm / Pfauenaufzucht / Stall und Außengehege 
Gebäude für Brutkasten Pfauen Hühner
 

2. Bau eines artesischen Brunnens                                                                                                                                                                    3. Anlage eines Wasserbeckens/ Bassins zum Waschen  und Abwasserkanäle beim Brunnen

 

Beteiligung am Aufbau eines Zentrums für traditionelles Heilen im Lakou Mariani 

Der Lakou Mariani liegt in einem Vorort von Port-au-Prince . Der auch über Haiti hinaus bekannte Vodoun-Priester Max Beauvoir ist der Kopf dieses Lakou.

In diesem "Institut für traditionelles Heilen" soll das Wissen über Heilpflanzen haitianischen Ursprungs an Heilkundige und Wissenschaftler weitergegeben werden. Max Beauvoir ist der Initiator und Leiter dieser Kurse. ( 2 Seminare haben bis jetzt schon stattgefunden.)

Im Zusammenhang mit diesem Zentrum wird in einem angrenzenden Gebiet aufgeforstet, um die wichtigsten für Heilzwecke zu verwendenden Bäume und Pflanzen vor Ort zu haben. Die Einfriedung dieses Areals mit einem Stacheldrahtzaun als Schutz vor Ziegen war notwendig.

vorhandenes Gebäude wird entsprechend umgebaut

Vortrag während eines Seminars

 

  

Im Lakou Mariani wurden sog. "spirit-Häuser" gebaut. Sie dienen der Aufbewahrung von spirituellen Gegenständen/ Kunstobjekten , die bestimmten Loa geweiht sind, können daher als Voudoun-Museum genutzt werden. Außerdem werden sie aber auch bei Zeremonien für die entsprechenden Loa genutzt.                        

 
"spirithouse" in Mariani "spirithouse" in Mariani

 

Arbeiten im Lakou Gyode

Dieser Lakou liegt außerhalb des Dorfes Quartier Morin, nordöstlich von Cap Haitian. Es ist ein sehr alter Lakou. Eine Gruppe von jungen Leuten hat jetzt die Verantwortung für diesen Lakou übernommen, die sehr motiviert und einsatzfreudig sind. Sie haben viel Erfahrung  in der Aufzucht von Geflügel.

Vor einigen Jahren haben sie als erste einen botanischen Garten angelegt und haben inzwischen einen beachtlichen und außergewöhnlichen Bestand und eine Vielfalt an Bäumen. Dort findet jährlich im November eine besondere Vodoun-Zeremonie statt, bei der in den Bäumen ein besonderes Instrument hängt, das Geräusche macht, als würde der Wind die Trommeln begleiten. Es ist ein einzigartiges, großes Fest.

1.Bau eines artesischen Brunnens mit Bassin   

2. Bau von Toiletten, Duschen    

Brunnen mit Bassin

sanitäre Anlage

3. Aufbau einer Hühner-Coop mit Stall und Außengehege

4. Befestigung und Anlage eines vorhandenen "Wasserlochs" für zeremonielle Zwecke  

Wasserloch vorher

befestigtes Wasserloch mit Tor, Mauer und Gang drumherum

befestigtes Wasserloch

 

 5.  Anlage eines botanischen Gartens mit Heilpflanzen ; anschließend soll die Schulung von Lakou-Mitgliedern in der Verarbeitung der Kräuter und  ihrer Anwendung  stattfinden
(dieses Projekt wird u.a. vom Verein "Aktion Selbstbesteuerung e.V." mitfinanziert, 
 vgl. www.aktion-selbstbesteuerung.de)

Durch Hurrikanschäden verzögert sich der Aufbau des botanischen Gartens.

 

Aktivitäten zur Völkerverständigung

1.Informationen einer Öffentlichkeit in Deutschland über die haitianische Kultur und die Arbeit des Vereins:

Im November 2000 fand ein Vortrag in den Bremer Weserterrassen statt, um uns als neuen Verein einer Öffentlichkeit vorzustellen.  

Außerdem soll diese Web-site über Haiti und unsere Arbeit informieren.      

Für die Information einer Öffentlichkeit in Deutschland über die haitianische Kultur haben wir Faltblätter erarbeitet, z.B. zur Geschichte Haitis oder zum Thema der Vodoun-Religion, die an Interessierte verteilt werden.           

Am 14.06.2002 erschien ein Artikel im Bremer "Weser Kurier" über unseren Verein.              

Am 10.08.2002 war ein Interview mit dem Vereinsvorsitzenden in der Sendung "Vis á vis" des Radiosenders "Funkhaus Europa" zu hören.

Am 23.04.2006 erschien im Bremer "Weser Kurier" ein Artikel über unsere Arbeit in Haiti.

2. Sammlung und Archivierung von Texten und Liedern aus zeremoniellen Zusammenhängen in Haiti.   

Kopien werden dem Verein in Deutschland zur Verfügung gestellt.  

In 2003 und 2005 wurden in Haiti  Filme von Vodoun-Zeremonien  mit Video/ DVD aufgenommen und bearbeitet.

Die Herstellung von CDs mit alten Petro-Gesängen des Vodoun-Kults wurde ebenfalls in 2003 begonnen, in 2004 fertig gestellt.   

Eine umfangreiche Sammlung spirituellen Liedguts ist als Buch "Lapriyè Ginen" von Max Beauvoir (in Französisch) erschienen, samt zugehöriger CDs.

3.Wir haben bereits einen Trommel- Tanzkurs mit Liedern aus Haiti zum Kennenlernen der typischen Rhythmen mit Erfolg angeboten.

4.Ausstellung der großen Sammlung von Vodoun-Kunstwerken der Marianne Lehmann (eine Haitianerin, die aus der Schweiz stammt) im Tropenmuseum in Amsterdam von Nov.2008 bis Mai 2009. In 2010 kommt die Ausstellung nach Berlin und Bremen/Überseemuseum. Unser Verein hat den Erwerb einzelner Objekte mitfinanziert.

Ausstellungseröffnung im ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem wird am 18.05.2010 sein.

(Weitere Aktivitäten werden zu gegebener Zeit an dieser Stelle bekannt gegeben.)

Kontakt und weitere Informationen über e-mail: HerzvonHaiti@t-online.de oder Lebendige.Erde@web.de

Bankverbindung für Spenden (Spenden sind steuerlich absetzbar!) ;

Lebendige Erde e.V. : Sparkasse in Bremen, Blz: 290 501 01, Kontonr.: 120 508 78

Herz von Haiti e.V.